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"...und wie weit kommen Sie damit?"
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priusfreunde.de befasst sich nicht nur mit den Hybriden des Toyota-Konzerns, sondern blickt gerne über den Tellerrand. In dieser Rubrik geht es um die Elektromobilität.
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THEMA: "...und wie weit kommen Sie damit?"
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#444767
"...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 18:03 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Eigentlich gehört das in unseren Thread

- Wo sind die Elektroautos?

Der umfasst aber schon 1300 Beiträge und wächst ständig weiter. Weil das Thema wichtig erscheint, gönnen wir ihm einen eigenen Therad.


musikus schrieb:
Die mangelnde Infrastruktur zum Laden ist bereits jetzt eine Kaufbremse, wo noch kaum E-Mobile fahren. [...] Genau genommen, ist E-Mobility aber irgendwie schon die Lösung, wenn man das Ladeproblem ins Auge fasst, weil die Autos halt sehr lange an der Station zubringen.
Das ist die sehr weit verbreitete Verbrenner-Denke, die aber - je nach Wohnort - mehr oder minder praxisfremd ist. Ich werde im Alltag ständig auf meinen BEV angesprochen und fast alle Interessenten sind felsenfest verwurzelt in den beiden Annahmen

  1. Man muss Volltanken -> Fahren bis leer -> wieder Volltanken
  2. Man muss unbedingt 1000 Kilometer am Stück fahren können, mindestens

Das kriegst Du nicht weg, keine Chance. Auch mit viel Mühe können sich die meisten einfach nichts anderes vorstellen. Die Standardfragen sind dem entsprechend "Wie weit kommen Sie damit?" und "Wie lange müssen Sie laden?".

Über mein "Ich muss überhaupt nicht laden, aber ich kaufe hier gerade ein, also lade ich währenddessen ein bisschen nach" sind die meisten schon völlig verblüfft, weil sie sich das so gar nicht vorstellen können. Tanken, ohne dass man Tanken muss? Ein bisschen nachtanken, während man etwas anderes tut? Das gibt es nicht in der fossilen Welt, deshalb vermag man es sich auch nicht vorzustellen.

Dabei funktioniert es im Alltag tatsächlich viel unproblematischer, als man denkt. Davon war ich selbst am meisten überrascht, denn ich habe beim Umstieg mit stärkeren Einschränkungen gerechnet, die dann aber ausgeblieben sind.

Freilich ist das eine Frage des eigenen Fahrprofils, wie viel Akkukapazität man mit sich herumfährt und wie gut die lokale Ladeinfrastruktur schon ausgebaut ist. In allen drei Punkten gibt es erhebliche individuelle Unterschiede, weshalb ich sehr dafür plädiere, die eigene Situation sachlich zu bewerten.

Grüße, Egon
Egon
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#444768
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 18:03 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Zum Mitdenken, die Grundidee:

  1. Im Idealfall steigt man jeden Morgen in ein geladenes Auto ein und muss sich überhaupt nicht um das Thema Laden kümmern.

  2. Wenn das aufgrund der Wohnsituation nicht geht (und auch nicht am Arbeitsplatz), lädt man unterwegs immer dann, wenn man sowieso anhält. Zum Beispiel beim Einkaufen, beim Restaurantbesuch, wenn man wieder mal gegen seinen Willen ins Möbelhaus geschleppt wird etc.

  3. Und erst, wenn auch das nicht funktioniert (und das tut es meistens, siehe goingelectric.de/stromtankstellen), muss man sich aktiv um das Thema Laden kümmern.

Grundsätzlich sollte man nüchtern hinterfragen, ob ein E-Auto und die lokale Ladeinfrastruktur zum eigenen Fahrprofil passen. Wenn nicht: Finger weg! Wenn man sich im Alltag verbiegen muss, wenn man ständig Langstrecken mit einer 30 kWh-Batterie fahren muss, macht das keinen Spaß und führt letztlich zum Verbrennungsmotor zurück.

Für die Tesla-Fahrer ist das so oder so kein Problem, weil die Autos fette Akkus an Bord haben, wenig Strom verbrauchen, diverse Ladestandards unterstützen und Zugriff auf ein eigenes leistungsfähiges und engmaschiges Ladenetz haben. Aber diese Autos sind enorm teuer in Anschaffung und Unterhalt, von daher betrachte ich sie als Sonderfall.

Wir sind uns wahrscheinlich einig darüber, dass die Ladeinfrastruktur mitwachsen muss, wenn nach und nach mehr Elektroautos auf unsere Straßen kommen. Ich sehe aber keinen Grund für die Annahme, dass das nicht passieren wird. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, also diese unsägliche Lade-Kleinstaaterei und die finanzielle Förderung von protektionistischen Projekten, wird ein Ende haben.

Wenn man nicht gar soviel Mühe darauf verwenden würde, das Kleben der Hersteller am Verbrennungsmotor mit allen Mitteln zu unterstützen, wären wir schon viel weiter. Und das schreibe ich, obwohl meine persönliche Erwartungshaltung niedrig ist und ich ziemlich sicher bin, dass wir uns auch 2030 noch mehrheitlich mit Verbrenner-PKW bewegen werden, zumindest weltweit gesehen.

Grüße, Egon
Egon
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#444769
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 18:10 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
...was die Kunden wollen ist eigentlich nachrangig.

Die Zustände werden von der Versorgung bestimmt. Und aktuell haben wir eine "preiswerte" Überversorgung mit Öl. Und deren Auswüchse.

Fällt diese Überversorgung irgendwann mal weg, aus einer von vielen Gau-Möglichkeiten oder die Preise für Öl werden unbezahlbar, ja dann wird sich die Nachfrage auf Gas oder Strom verlagern. An die damit verbundenen Restriktionen wird man sich dann gewöhnen müssen.

Aber wie gesagt..., was der Kunde für Wünsche hat, ist eigentlich völlig irrelevant.

Der Kunde kann froh sein, eine Versorgung von Energie zu erhalten. Kann aber anscheinend nicht genug davon bekommen...
Blackmen
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Letzte Änderung: 06.01.2018 18:13 von Blackmen.
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#444774
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 18:28 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Tesla hat einiges richtig gemacht, dicke Akkus und ein Schnellladenetz, aber das hat auch seinen Preis, nicht jeder kann über 80000€ für ein Auto hinlegen.
Ich glaube, wenn es andere bessere Akkus gibt, das wird passieren und man kommt mit einem ca.40000€ Pkw über 500km mit einer Ladung weit, wird sich das Blatt wenden, vorher nicht.

Grüße Christian
Ich
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#444797
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 20:15 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Egon schrieb:
Die Standardfragen sind dem entsprechend "Wie weit kommen Sie damit?" und "Wie lange müssen Sie laden?".

Wenn in Diskussionen diese Fragen auftauchen, kann man zum einen die Gegenfrage stellen:

"Wieviel fährst du so am Tag?"

und zum Thema "Wie lange dauert das Laden?" kann man entgegnen:

"Einstöpseln 10 Sekunden, Ausstöpseln 10 Sekunden"

Sorgt zumindest kurzzeitig für Rat- und Sprachlosigkeit.
ex_Daihatsu-Fahrer
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#444803
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 20:51 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Die Frage "wie weit" kommt ja selbst beim normalen Hybriden, ich antworte da dann immer "ungefähr die Hälfte der Strecke", das führt allerdings meist zu verwirrten Blicken und längeren Erklärungen.
rst1
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Viele Grüße,
Ralf

P4, Exe, blau, chrom, EVO 5, sonst nix.
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#444804
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 20:55 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Wenn man sagen würde zur nächsten Tanke würde man immer richtig liegen
Xylor
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#444815
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 06.01.2018 22:33 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Ich glaube auch, dass immer mehr mit E-Autos auskommen können, die nicht von Tesla kommen. Mit einem E-Auto und einer Akkukapazität von 40 kWh kommen auch viele Berufstätige hin, auch wenn man am Arbeitsplatz nicht laden kann.

Da bringt dann auch ein Tesla Model 3 mit 50 kWh Akku keine großen Vorteile mehr.

Da bleiben dann natürlich noch die Fahrer übrig, die unbedingt einen 90 oder 100 kWh Akku brauchen, weil diese Langstrecke fahren und das Supercharger-Netzwerk brauchen.

Ich persönlich würde auch gut mit einem E-Auto mit 30 kWh Akku auskommen. Jetzt müssen nur noch die Preise fallen.
ex_happyyaris
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#444923
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 11:41 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Auch wenn ich nicht unbedingt der größte Templimitbefürworter bin,wird dieses kommten müssen um hier mehr Akzeptanz für das E-Auto zu schaffen,zumindest dann wenn es nicht sehr bald Akkus gibt die eine deutlich bessere Energiebilanz haben als die heutigen.
Selbst wenn es bereits jetzt E-Autos gibt die 500 km schaffen und das schaffen ja nur Fahrzeuge die über einen riesigen Akku verfügen,wird es gerade hier in Deutschland nur schwer eingesehen das man dafür nur mit höchsten 100 auf der Autobahn fahren darf oder im schlimmsten Fall mit 90 hinter einem LKK wenn man nicht mehrere Ladepausen einlegen will.
Die kleinen Batterien,vermutlich auch die kleine des 35.000 $ M3 schaffen,wenn überhaupt,gerade mal echte 300 km und auch nur dann wenn "geschlichen" wird.
Aus dem Grund,der überzogenen Preise und natürlich der eklatant schwachen Ladeinfrastruktur,Tesla mal ausgenommen,ist es daher nicht besonders verwunderlich das E-Autos jetzt nicht den größten Absatz verbuchen.
Verbrenner oder Plug-in haben eben nun mal den großen Vorteil das man zügig ohne große Unterbrechungen relativ schnell große Distanzen zurücklegen kann ohne Reichweitenangst haben zu müssen.
So toll z.B. der E-Ioniq auch sein mag,würde ich nicht besonders gern damit von Hildesheim nach München fahren wollen und schon gar nicht im Winter wo E-Fahrzeuge noch sehr viel deutlicher an Reichweite verlieren als Verbrenner,Hybride oder Plug-in.
ex_Civic2006
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Letzte Änderung: 07.01.2018 12:21 von ex_Civic2006.
Prius 3 FL Exe
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#444935
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 12:54 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
@happyyaris

Das Widersinnige ist, dass ausgerechnet die Tesla-Fahrer ihre Akku-Kapazität nicht zwangsläufig an der Länge ihrer Standard-Strecken ausrichten müssen, eben weil sie Zugriff auf das Supercharger-Netzwerk haben.

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die ich bislang gewonnen habe: Ich käme mit 50 kWh an Bord locker aus, obwohl ich ständig Heidelberg/München (2 x 400 Kilometer) befahre. Aber unterwegs liegen 5 (fünf!) Supercharger sowie ein halbes Dutzend kostenfreie 50 kW CCS-/Chademo-Schnelllader.

Es ist also gar nicht nötig, soviel Akkukapazität mit sich herum zu fahren, dass man die Strecke in einem Rutsch durchfahren kann. Wäre ich vorher sicher gewesen, dass das so ist, hätte ich mir einen nennenswerten fünfstelligen Betrag sparen können.

Tesla ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme, aber die Erkenntnis lässt sich auf beliebige andere BEV herunter brechen. Das Ladenetz muss eng und jederzeit von jedermann nutzbar sein und das Auto schnellladefähig. Dann kann man die Akkukapazität an Bord klein halten und alles wird gleich viel einfacher und billiger.

Besonders sauer bin ich in diesem Zusammenhang auf Opel Deutschlands Ampera-e-Eiertanz, ein Auto, das man nicht verkaufen wollte. Dabei wäre es rein von der Kapazität her mit den 60 Kilowattstunden an Bord eine überlegenswerte Tesla-Alternative, auch für Langstrecken-orientierte Fahrer und solche, die nicht mal eben 164k (!) für ein voll ausgestattetes Model S hinlegen möchten.

Grüße, Egon
Egon
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#444936
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 12:55 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Mit diesem Thread wollte ich vor allem darauf hinaus, dass viele eine falsche Vorstellung vom BEV-Fahren (und Laden) haben und eine ablehnende Haltung, die ich in der Breite nicht nachvollziehen kann.

Ich verfolge keine Mission, muss also niemand von Hybrid- oder Elektroautos überzeugen und schon gleich gar nicht von Tesla. Ich werde ständig angesprochen und antworte immer wahrheitsgemäß. Niemand wird von mir hören, alles sei eitel Sonnenschein, es gäbe keine Probleme mit Fahrzeug oder E-Mobilität und jeder soll elektrisch fahren.

Ganz im Gegenteil: Man muss sehr kritisch hinterfragen, ob es passt und die Finger weg lassen, wenn es voraussichtlich nicht passt. Wer sich mit einem BEV durch seinen Alltag quälen würde, sollte keines kaufen.

Schwer verständlich finde ich aber, dass praktisch jeder, der mit mir spricht, eine beachtliche Vielzahl von Argumenten gegen die Elektromobilität parat hat und noch viel mehr, wenn es um seine persönliche Teilhabe daran geht. Das kann ich deshalb nicht nachvollziehen, weil es für viele jetzt schon gut funktionieren würde. Und das, obwohl die Lade-Infrastruktur nach wie vor vom unkoordiniertem Wildwuchs der letzten Jahre geprägt ist.

Wieso also die überwiegende Mehrzahl sich einen Umstieg nicht vorstellen kann, erschließt sich mir nicht. Meist wird das mit Extrem-Anforderungen begründet, also mindestens 800, besser 1000 Kilometer ohne Nachtanken. Selbstverständlich ist das eine angenehme Eigenschaft, aber nur eine verschwindend kleine Gruppe benötigt das so häufig, dass es sich lohnt, die Fahrzeugwahl daran auszurichten. Abgesehen davon, dass man ein BEV so nicht fährt, sondern möglichst bei jedem Halt irgendwo ansaftet.

Selbstverständlich gibt es Regionen und Gegebenheiten und Anforderungen, die den Einsatz eines BEV als Erstfahrzeug nicht zulassen, das steht völlig außer Frage. Es würde aber sicher für erheblich mehr passen als sich das heute vorstellen wollen.

Grüße, Egon
Egon
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#444954
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 13:54 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Egon schrieb:
Mit diesem Thread wollte ich vor allem darauf hinaus, dass viele eine falsche Vorstellung vom BEV-Fahren (und Laden) haben und eine ablehnende Haltung, die ich in der Breite nicht nachvollziehen kann.
Gewohnheit! Irrationale Meinung, über Jahrzehnte bzw. ein ganzes Leben geprägt. Gegen einen Misthaufen kann man nicht anstinken.

Schwer verständlich finde ich aber, dass praktisch jeder, der mit mir spricht, eine beachtliche Vielzahl von Argumenten gegen die Elektromobilität parat hat und noch viel mehr, wenn es um seine persönliche Teilhabe daran geht.
Man sucht bei einem "betroffenen", also solch unschuldig leidenden Opfer, wie du es bist, Egon, der auf die Lügen den E-Auto-Anbieter unschuldig hereingefallenen, eine Bestätigung der überlegenen (weil lebenslange Erfahrung) eigenen (und schon deshalb richtigen) Position.

Das kann ich deshalb nicht nachvollziehen, weil es für viele jetzt schon gut funktionieren würde.
Das wollen sie aber nicht wissen, denn sonst müßten sie ihre vorgefaßte Meinung als überwiegend falsch erkennen. Diese Erkenntnis schiebt man deshalb am besten weit hinaus, möglichst bis über's Lebensende, damit es nicht weh tut, vorher falsch gehandelt zu haben, in dem man sich mit 85 noch einen Verbrenner (natürlich möglichst Diesel, weil man ja schlau ist und sparen will) kauft. Das ganze ungeachtet der Tatsache, daß allein die Summe aus Steuern, Versicherung und Wertverlust im ersten Jahr bereits höher ist als die Summe, die man zu Lebzeiten für alle Fahrten mit einem Taxi ausgeben würde.

Wieso also die überwiegende Mehrzahl sich einen Umstieg nicht vorstellen kann, erschließt sich mir nicht. Meist wird das mit Extrem-Anforderungen begründet, also mindestens 800, besser 1000 Kilometer ohne Nachtanken. ... sondern möglichst bei jedem Halt irgendwo ansaftet.
Weil sie 24/7/365 in den Medien und in Gesprächen mit anderen, die sich die Wahrheit ebenfalls nicht eingestehen möchten, bestärkt werden. Und in den Medien verkaufen sich dementsprechend auch solche Horrorgeschichten ganz gut, in denen beschrieben wird, daß es mit dem e-Golf eine Odyssee ist, die weniger als 100 km nach Neuruppin zu fahren. Das ist ein sich selbst verstärkender Prozeß. Wenn man das liest: s.o. wieder von vorn.

Es würde aber sicher für erheblich mehr passen als sich das heute vorstellen wollen.
Sicher, die Vorstellungskraft fehlt; aber weil: s.o. von vorn. Niemand stellt sich gern vor, sinnloserweise die letzten 5 oder 10 Jahre unbequem, teurer und zum Schaden anderer gehandelt zu haben, obwohl es anders gegangen wäre. Und um nicht zu dieser Erkenntnis kommen zu müssen, kauft man sich für unter 2.000 km pro Jahr noch einen neuen Verbrenner, den man eigentlich kaum mehr als 2x im Jahr volltanken müßte. Aber wehe, der Sprit an der Tanke ist schon 5 Tage alt oder mehr!
autogasprius_berlin
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Letzte Änderung: 07.01.2018 14:01 von autogasprius_berlin.



seit 07/20 ohne Autogas und ohne Prius unterwegs
Hybrid-Historie:
Yaris Style Selection White seit 07/20
Prius II, 03/07 bis 10/20, EXE, silber, ab km-Stand 42.000 auch auf LPG, hat immerhin 382.160 km gehalten
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#444958
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 14:06 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Hallo Egon,

wie mein Beitrag oben, sehen das viele, aber mein P+ betrachte ich als Übergangslösung, in ca.10-15 Jahren steht garantiert ein E-Auto an.

Grüße Christian
Ich
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#444969
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 15:06 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Egon schrieb:

Wieso also die überwiegende Mehrzahl sich einen Umstieg nicht vorstellen kann, erschließt sich mir nicht. Meist wird das mit Extrem-Anforderungen begründet

Ich denke, dass das Hauptproblem derzeit ist, dass ein E-Auto massiv teurer als ein normales Verbrenner-Auto ist.

Bei den meisten Familien mit Kindern in meinem Umfeld sind beide Ehepartner berufstätig. Dazu braucht man zwei Autos. Ein größeres, welches auch für weite Urlaubsfahrten z.B. nach Österreich genutzt wird (wohne im Rheinland), für Fahrten zu Oma/Opa (einer ist meist mehrere hundert Kilometer entfernt) und ein zweites kleines günstiges Auto.

Ein E-Auto kommt nur bei Familien mit Eigenheim in Frage, da viele am Arbeitsplatz nicht laden können.

Beim größeren Auto sind kaum E-Autos verfügbar, zumal dann das Problem für die weiten Fahrten besteht. Da würde eigentlich nur ein Tesla Model X passen. Viel zu teuer.

Beim kleineren Auto würde bei den meisten auch ein E-Auto mit einer Akkukapazität von 30 kWh passen. Damit käme man auch im Winter weit genug, ohne am Arbeitsplatz laden zu können (geht weder bei mir am Arbeitsplatz noch in Laufweite der Arbeitsplatzes).

Bei vielen reicht bei dem kleineren ein Auto in der Preisklasse um ca. 10.000 Euro (Ford Ka/Fiesta, Hyundai i10, Mitsubishi Colt, etc.). In dieser Preisklasse findet man kein vergleichbares E-Auto inkl. Akku. Ich habe mich damals (vor 4 Jahren) für einen Yaris Hybrid entschieden und mit 18.000 EUR viel mehr ausgegeben als für ein für mich ausreichendes Auto 1.0. Ein E-Auto hätte fast das dreifache gekostet.

Leider hat sich an der Situation noch nicht viel geändert.

Für viele ist selbst ein E-Auto für 20.000 EUR kaum erschwinglich, wenn es das zweite Auto der Familie ist. Für das größere Familienauto gibt man nur unwesentlich mehr aus.
ex_happyyaris
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Letzte Änderung: 07.01.2018 15:08 von ex_happyyaris.
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#445004
Aw: "...und wie weit kommen Sie damit?" 07.01.2018 17:15 - vor 6 Jahren, 5 Monaten  
Wenn ich in den Urlaub fahre, meistens nach Bella Italia, teile ich mir schon seit Jahren die Strecke auf, am Freitag Nachmittag 1 x ca. 305 bis 320 Km und dann eine Zwischenübernachtung. Am nächsten Morgen dann noch mal ca. 400 bis 420 Km. Das geht alles zusammen recht entspannt... wäre wohl auch mit einem E-Auto problemlos zu bewältigen.
(Wird auch mein nächster!)

Vielleicht sollte man die allzu neugierigen Verbrennerfans ein bisschen anschwindeln. ... wie weit kommen Sie damit? Nun, z.b. nach Spanien oder nach Norwegen, da gibt es schon genug Ladestationen!
Das Zwischendrin lassen wir einfach unter den Tisch fallen. Die verdutzten Gesichter würde ich gerne sehen...

Gruß Martin
weinfux
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Letzte Änderung: 07.01.2018 17:18 von weinfux.
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